Andreas Zwengel
„Ich habe schon immer sehr viel gelesen. Alles, was irgendjemand herumliegen ließ. Und es schien mir völlig natürlich, so etwas auch selbst zu machen. Ich schrieb die ersten Geschichten mit der Hand in Schulhefte und gestaltete Illustrationen mit Szenen aus Comics, die ich mit dem Kohlepapier aus den Lottoscheinen meines Vaters abpauste. Später bekam ich eine billige Schreibmaschine und bastelte Titelbilder mit ausgeschnittenen Bildern aus Kinozeitschriften. Es waren meist Agenten- und Horror-Geschichten. Glücklicherweise sind diese Frühwerke verschollen.“
Schon früh interessierte sich Andreas Zwengel für Thriller, die abseits der Kommissar-jagt-Mörder-Motive und des Großstadtdschungels lagen, und zeigt, dass spannende und abgründige Geschichten nicht nur in englischen Herrenhäusern oder dem amerikanischen Hinterland spielen können, sondern auch direkt um die Ecke:
„Ein Film wie `Fargo´ von den Coen-Brüdern lebt von der Landschaft, der Atmosphäre und den ungewöhnlichen Figuren. Warum soll so etwas nur in Amerika möglich sein? Wenn ich heute die Heimat besuche, dann fällt mir die landschaftliche Schönheit auf, die ich als Kind oder Jugendlicher gar nicht zu schätzen wusste, vielleicht auch gar nicht bemerkt habe. Und ich sehe Schauplätze und Tatorte.“
Obwohl Andreas Zwengel seit zwanzig Jahren nicht mehr auf dem Land lebt, kennt er durch jahrelanges Zeitungsaustragen noch jede Straße in seinem Heimatort und kann sich die Örtlichkeiten mühelos ins Gedächtnis rufen. Für den fiktiven Ort Ginsberg hat er allerdings noch andere Ortschaften mit einfließen lassen und ihn mit Figuren bevölkert, die so gar nichts mit dem friedlichen Landleben zu tun haben. Sein Ginsberg ist ein Sammelsurium aus Niedertracht, Erpressung und schrägen Charakteren und war schon mehrmals Schauplatz in den Geschichten des Autors.
Andreas Zwengel, Jahrgang 1969, absolvierte nach dem Abitur seinen Zivildienst beim Roten Kreuz in Weilburg und begann anschließend das Studium der Sonderpädagogik in Gießen. Nach dem Staatsexamen zog er mit seiner Frau nach Darmstadt, wo er heute als Lehrer an einer Förderschule für Lernhilfe arbeitet.
Nachdem er jahrelang nur für die Schublade geschrieben hatte, gewann er 2007 den Kurzgeschichtenwettbewerb von tcboyle.de und hat seitdem weitere Kurzgeschichten veröffentlicht, darunter auch in der ersten Anthologie der „S.E.K. Mordlust“ im Wurdack Verlag. 2009 erschien sein erstes Buch „Die Welt am Abgrund“, ein historischer Abenteuerroman, der Elemente der Kriminal-, Grusel- und Science-Fiction-Literatur vereint.
Andreas Zwengel im Internet: www.andreas-zwengel.de