Stefan Cernohuby

Stefan CernohubyMünchen ist eine Stadt mit einer ganz eigenen Stimme. Manchmal ruft sie nach einem.

Als ich vor beinahe vier Jahren ihrem Ruf – der gemeinsam mit dem Angebot einer Anstellung im Bereich Forschung und Entwicklung des bekanntesten bayrischen Automobilherstellers ertönte – folgte, eröffnete sich mir eine faszinierende Mischung aus Welt- und Kleinstadt. Als gebürtiger Wiener habe ich mich immer für einen Großstädter gehalten, aber erst in München begriff ich, was es hieß, ein solcher zu sein.

Man muss diese Stadt, wenn man in ihr lebt, so mögen, wie sie ist – und das ohne Kompromisse. Wer in München keinen BMW fährt und kein Bier mag, hat einen schweren Stand. Dies muss dann einfach kompensiert werden – wie genau, das soll allerdings jeder in München selbst herausfinden. Denn München kann man nur erleben und das gilt nicht nur für das Oktoberfest.

Man kann von jedem Bundesland in Deutschland behaupten, dass es einen ganz eigenen Schlag Menschen beherbergt. Dies trifft sicher besonders auf den Freistaat Bayern zu. Es äußert sich unter anderem darin, wie mit Europa, der Weltpolitik und dem Umsetzen von Gesetzesrichtlinien umgegangen wird oder auch umgegangen werden könnte.

Vor dem erwähnten Hintergrund entstand auch die Kurzgeschichte „Rauch und Feuer“ für die Anthologie „Killer, Köter, Kleinstadtpaten“. Sie enthält eine wilde Mischung: Einen Helden mit einer speziellen Abneigung, strikt umgesetzte Gesetze sowie dem hypothetischen Ansatz eines ungewöhnlichen medizinischen Forschungsprojektes.

München ist vieles: kosmopolitisch und doch verschlossen, sozial, aber doch konservativ. Traditionsbewusst, aber trotzdem mit einem Blick auf die Zukunft ausgestattet.

Ist es daher angebracht, einen Krimi, der sich selbst nicht völlig ernst nimmt und zudem mit Fantasie nicht geizt, in München anzusiedeln?

Ja. Denn das fühlt sich einfach richtig an.

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